Montag, 17. März 2014

Lerntagebücher im Unterricht - ja/nein?

Wozu ein Lerntagebuch überhaupt führen? Bringt es tatsächlich etwas, oder ist es reine Zeitverschwendung?
Der Artikel "Ein anderer Blick auf Unterricht: Das Lerntagebuch" von Sabine Liebig beantwortet all diese Fragen genau. Ähnlich einem Tagebuch, in dem in einer gewissen Regelmäßigkeit Einträge gemacht werden und diese dazu dienen seinen Gedanken freien Lauf lassen zu können, ohne dabei auf korrekten Sprachgebrauch oder auch gehobenen Schreibstil achten zu müssen, ermöglichen Lerntagebücher dem/der Schreibenden sich mit dem Gelernten schriftlich auseinanderzusetzen.

Die Frage ist nun, wie Lerntagebücher im Unterricht eingesetzt werden können, denn sie bieten schließlich
"die Chance, Lernwege und Lernbiographien zu dokumentieren, Selbsterfahrung und Selbstbeobachtung zu erleben, den Lernfortschritt festzustellen, immer wieder nachlesen zu können und die Vorgehensweise sowie das eigene Lernen zu reflektieren.“ (Liebig, Link zum Artikel)
Sie fördern die  aktive Auseinandersetzung mit dem Gelernten und ermöglichen die Selbstkontrolle der SchülerInnen. Die SchülerInnen werden dadurch zu eigenständigen LernerInnen erzogen, etwas, das in den Lehrplänen auch explizit gefordert wird. Lerntagebücher sind für alle Schularten und Klassen geeignet, allerdings muss eine sorgsame Einführung in Sinn und Zweck, sowie in die Vorgehensweise des Tagebuchsschreibens geschehen. Die Wahl ob das Lerntagebuch elektronisch oder nicht zu schreiben ist, obliegt der Lehrperson. Ein Vorteil der digitalen Version ist selbstverständlich,  dass das Niedergeschriebene immer stets neu strukturiert werden kann, Punkte hinzugefügt oder weggestrichen werden können und sich die SchülerInnen durch das Überarbeiten des Geschriebenen erneut Gedanken über das Reflektierte machen. Sie verknüpfen immer wieder einzelne Themenbereiche miteinander und schaffen somit eigenständig Querverbindungen zwischen den einzelnen Themen. Die SchülerInnen können mithilfe des Lerntagebuchs auch leichter erfassen, welche Fortschritte sie in all der Zeit gemacht haben und dies wiederrum ist ein enormer Motivationsschub. Außerdem kann das Führen eines Lerntagebuchs auch dazu führen, dass sich durch die Verschriftlichung in einem Lerntagebuch ihr Ausdruck und die Qualität ihrer schriftlichen Produktionen verbessert. Aber auch die Lehrperson kann mithilfe von Lerntagebüchern Feedback zu ihrem Unterricht bekommen und einen Überblick über die Lern- und Arbeitsweisen der Kinder erlangen und diese Erkenntnisse dann in ihrem Unterricht einfließen lassen. Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass LehrerInnen selbst durch das Führen von Lerntagebüchern die Möglichkeit bekommen ihren Unterricht, das Verhalten von SchülerInnen und das
„eigene Denken und Verhalten zu reflektieren.“ (Liebig, Link zum Artikel)
Es stellt sich nun mir die Frage, in welchem Art von Lernszenario Lerntagebücher im normalen Schulalltag verwendet werden könnten. Ich denke, dass es vor allem für die schriftliche Textproduktion und die Arbeit mit Literatur im Unterricht von Vorteil ist. Inwiefern Lerntagebücher zum Reflektieren von etwa grammatikalischen Regeln, oder auch Vokabel geeignet ist, ist mir noch nicht wirklich klar – außerdem denke ich, dass es schwierig sein würde eine gesamte Klasse dazu zu motivieren ein Lerntagebuch zu schreiben. Aber vermutlich müsste man es erst einmal ausprobieren….

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